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Antrag 306/I/2026 Faire Arbeit auch in der Plattformökonomie sichern – Sozialstaat und Wettbewerb schützen

8.05.2026

Die SPD Berlin fordert den Bundesparteitag der SPD sowie die sozialdemokratischen Mitglieder in den Fraktionen des Abgeordnetenhauses von Berlin, des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments auf, sich für eine umfassende Regulierung der Plattform- bzw. Gig-Ökonomie einzusetzen. 

 

Ziel ist es, 

  • faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen, 
  • Sozialversicherungspflichten durchzusetzen, 
  • Wettbewerbsverzerrungen zulasten regulärer Unternehmen zu verhindern sowie 
  • die digitale und arbeitsmarktpolitische Souveränität Europas zu stärken. 

 

Hierzu sollen insbesondere folgende Maßnahmen umgesetzt werden: 

 

  1. Klare arbeitsrechtliche Einordnung
    Plattformbeschäftigte sind grundsätzlich als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzustufen, da sie aufgrund des Geschäftsmodells und der für sie nicht steuerbaren Arbeitsaufträge in persönlicher Abhängigkeit tätig sind. Scheinselbstständigkeit ist konsequent zu unterbinden.  
  2. Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro
    Plattformunternehmen sind zu verpflichten, Beiträge zur Sozialversicherung vollständig abzuführen. Umgehungstatbestände sind zu schließen.  
  3. Mindestlohn und Tarifbindung sicherstellen
    Die Einhaltung gesetzlicher Mindestlöhne sowie der Zugang zu Tarifverträgen muss auch in der Plattformökonomie gewährleistet werden. Die Behörden sind zu instruieren, hier konsequent Missbrauch und Verstöße zu verfolgen und zu ahnden. 
  4. Transparenz- und Dokumentationspflichten
    Plattformen sind zu verpflichten, ihre Algorithmen und Vergütungsstrukturen gegenüber Aufsichtsbehörden offenzulegen, um faire Arbeitsbedingungen, die Auftragsvergabe und steuerliche Umstände überprüfen zu können. 
  5. Vergaberechtliche Einschränkungen
    Öffentliche Aufträge dürfen nur an Plattformunternehmen vergeben werden, die nachweislich arbeits- und sozialrechtliche Standards einhalten.  
  6. Europäische Regulierung stärken
    Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich auf EU-Ebene für eine konsequente Umsetzung und Verschärfung entsprechender Richtlinien einzusetzen, insbesondere im Sinne eines einheitlichen europäischen Rahmens („EU Plattformarbeitsrichtlinie“). 

            Antrag 118/I/2026 Aktivität in sozialen Medien

            1.04.2026

            Unabhängig von allgemeinen Wahlen wird über niedrigschwellige, vor allem personalisierte Angebote in sozialen Medien Kontakt zu potentiell SPD-Wählenden insbesondere durch Mandatsträger:innen, Kandidierende geknüpft, gehalten und gepflegt, welcher in das Umfeld der jeweiligen Erlebenswelt sozialer Medien passt, wobei SPD-Programmatik eher nachrangig sein kann und solidarisches, gemeinnütziges, in der Lebensnähe von politikfernen Wahlberechtigten nachvoll-ziehbares Verhalten im Vordergrund stehen sollte.

            Antrag 78/II/2025 Influencerregister einrichten, Steuergerechtigkeit und Sicherheit herstellen

            9.10.2025

            Der SPD-Parteivorstand, die SPD-Fraktion im Bundestag und die zuständigen Gremien sowie die Landesverbände werden aufgefordert, sich für die Schaffung eines zentralen Influencerregisters einzusetzen und die Einbindung der Influencer*innen sowie der gewerblichen Accounts in den sozialen Netzwerken in die Sozialsysteme sicherzustellen.

             

            Dies umfasst insbesondere folgende Maßnahmen:

            • Schaffung eines zentralen, gesicherten Influencerregisters mit Zugriff für alle Finanzämter und Sicherheitsbehörden,
            • Schaffung einer Meldepflicht für Unternehmen und Nutzer*innen von Influencerinnen- und Influencer-Dienstleistungen über finanzielle Vergütungen, vermögenswerte Vorteile oder sonstige aktive/ passive Vergütungen/ Leistungen für die Dienste,
            • Schaffung von Sanktionsinstrumenten bei Verstößen,
            • Schließung von (steuerlichen) Schlupflöchern,
            • Schaffung von Sonderermittlungseinheiten für diesen Themenbereich.