Antrag 55/I/2024 Für eine begehbares Berlin für alle

Status:
Annahme mit Änderungen

Die SPD-Fraktion der Bezirksverordnetenversammlung in Mitte wird aufgefordert, sich für eine Initiative für Fußgänger*innen und mobilitätsbeschränkte Menschen einzusetzen. Zudem werden die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses und des Senats aufgefordert, sich für eine solche Initiative einzusetzen.

 

Fußgänger*innen werden bei der Verbesserung der Verkehrsbeteiligung aller oft nicht genug berücksichtigt, obwohl sie die einzigen Verkehrsteilnehmer ohne Knautschzone sind. Gerade in Mitte ist diese Situation besonders spürbar, wo Ampelschaltungen sehr kurze Grünphasen aufweisen, Fußgängerüberwege an Verkehrsknotenpunkten trotzdem gefährlich zu nutzen sind, der Tourismus die Gehwege flutet und die gleichen Gehwege wegen der vielen, oft rücksichtslos geparkten Elektroscootern weiterhin einer Hindernisstrecke gleichen.

 

Das ist insbesondere für ältere Personen und Kinder eine gefährliche Situation, da der Fußverkehr in Mitte und Berlin insgesamt unberechenbar bleibt . Um diese Gefahren zu verringern fordern wir die Erarbeitung und rasche Umsetzung einer Fußgänger*innen-Initiative, in welcher Maßnahmen aufgeführt werden, die den Fußverkehr fokussiert und sicherer macht.

 

Dazu gehören können folgende Maßnahmen gehören, welche zum Teil rasch und ohne viele Kosten umsetzbar sind:

  • Lichtsignalschaltungen orientieren sich bei den Zeitschaltungen (kürzere Warte- und genügend Übergangszeit) an den zu Fußgehenden. (Beispiele allein im Abteilungsgebiet wären etwa die Übergange der Torstraße am Rosenthaler Platz, die Kreuzung Memhardtstraße/Karl-Liebknecht-Straße, die Kreuzung Spandauer Straße/Karl-Liebknecht-Straße, der Straßenübergang am Alexa-Einkaufszentrum)
  • Die konsequente Anwendung von Parkverboten und der Beseitigung falsch geparkter Autors, Fahrräder, E-Bikes, insbesondere auf Gehwegen und wenn diese Verkehrsschilder versperren.
  • Erhöhung der Zahl von Zebrastreifen und Fußgängerampeln
  • Größere Berücksichtigung temporärer Fußverkehrswege bei Einschränkungen aufgrund von Baustellen
  • Bessere Ausleuchtung der Gehwege, insbesondere in Parkanlagen

 

Uns ist bewusst, dass dies nicht ohne eine Verbesserung der personellen und finanziellen Ausstattung des Verkehrsbezirksamtes möglich ist. Zur Verbesserung der Lebenssituation viele Menschen vor Ort und der Sicherheit von besonders verletzlichen Menschen im Straßenverkehr halten wir das jedoch für eine gute Investition.

 

Zuletzt halten wir eine engere Zusammenarbeit von Fraktion und Partei mit Interessensvertretungen von Fußgänger*innen, wie etwa dem Fuss e.V., für eine wünschenswerte Entwicklung.

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK (Konsens)
Fassung der Antragskommission:

Die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses und die SPD-Mitglieder des Senats werden anlässlich der Defizite im Bezirk Mitte aufgefordert, die vom Berliner Senat beschlossene Fußgängerstrategie endlich umzusetzen.

 

  • Lichtsignalschaltungen orientieren sich bei den Zeitschaltungen (kürzere Warte- und genügend Übergangszeit) an den zu Fußgehenden.
  • Die konsequente Anwendung von Parkverboten und der Beseitigung falsch geparkter Autos, Fahrräder, E-Bikes, insbesondere auf Gehwegen und wenn diese Verkehrsschilder versperren.
  • Erhöhung der Zahl von Zebrastreifen und Fußgängerampeln.
  • Größere Berücksichtigung temporärer Fußverkehrswege bei Einschränkungen aufgrund von Baustellen
  • Bessere Ausleuchtung der Gehwege, insbesondere in Parkanlagen
  • Da diese Punkte im Mobilitätsgesetz bereits verankert sind, sind diese gesetzlichen Pflichtaufgaben von Sparmaßnahmen bzw. Pauschalen Minderausgaben auszunehmen und die zuständigen Verwaltungen ausreichend mit Finanz- und Personalmittel auszustatten.
  • Eine engere Zusammenarbeit von Fraktion und Partei mit Interessensvertretungen von Fußgänger*innen, wie etwa dem Fuß e.V. und Allgemeiner Blinden- Sehbehindertenverein Berlin e.V. (ABSV), ist wünschenswert.

 

 

Beschluss: Annahme mit Änderungen
Text des Beschlusses:

Die SPD-Fraktion des Abgeordnetenhauses und die SPD-Mitglieder des Senats werden anlässlich der Defizite im Bezirk Mitte aufgefordert, die vom Berliner Senat beschlossene Fußgängerstrategie endlich umzusetzen.

 

  • Lichtsignalschaltungen orientieren sich bei den Zeitschaltungen (kürzere Warte- und genügend Übergangszeit) an den zu Fußgehenden.
  • Die konsequente Anwendung von Parkverboten und der Beseitigung falsch geparkter Autos, Fahrräder, E-Bikes, insbesondere auf Gehwegen und wenn diese Verkehrsschilder versperren.
  • Erhöhung der Zahl von Zebrastreifen und Fußgängerampeln.
  • Größere Berücksichtigung temporärer Fußverkehrswege bei Einschränkungen aufgrund von Baustellen
  • Bessere Ausleuchtung der Gehwege, insbesondere in Parkanlagen
  • Da diese Punkte im Mobilitätsgesetz bereits verankert sind, sind diese gesetzlichen Pflichtaufgaben von Sparmaßnahmen bzw. Pauschalen Minderausgaben auszunehmen und die zuständigen Verwaltungen ausreichend mit Finanz- und Personalmittel auszustatten.
  • Eine engere Zusammenarbeit von Fraktion und Partei mit Interessensvertretungen von Fußgänger*innen, wie etwa dem Fuß e.V. und Allgemeiner Blinden- Sehbehindertenverein Berlin e.V. (ABSV), ist wünschenswert.

 

 

Beschluss-PDF:
Stellungnahme(n):
Stellungnahme der AH-Fraktion AK 5 2026:
Die Steigerung der Verkehrssicherheit für Zufußgehende ist für die SPD-Fraktion ein prioritäres Anliegen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Schaffung neuer Querungshilfen wie Fußgängerüberwegen. Geplante Kürzungen der CDU-geführten Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im Doppelhaushalt 2026/2027 wurden von der SPD-Fraktion im parlamentarischen Beratungsverfahren nicht mitgetragen und revidiert. Gleichzeitig zeigt sich die SPD-Fraktion unzufrieden mit dem exekutiven Umgang mit den bereitgestellten Mitteln. So wurde im Juli 2023 von SenMKVU eine Rahmenvereinbarung zur schnelleren Umsetzung von 100 Querungshilfen mit 10 Bezirken geschlossen. Die Umsetzung dieser geplanten Maßnahmen entspricht jedoch nicht den zeitlichen Erwartungen der SPD-Fraktion. So wurden bis Ende 2025 nur 16 Maßnahmen umgesetzt: 13 Gehwegvorstreckungen und 3 Mittelinseln. Die SPD-Fraktion hat angesichts der weiterhin geringen Umsetzungsgeschwindigkeit im März 2026 einen Parlamentsantrag eingebracht, um zumindest temporäre Fußgängerüberwege zu ermöglichen (Drucksache 19/3074). Am Ziel der schnelleren Umsetzung von Verkehrssicherheitsmaßnahmen für Zufußgehende hält die SPD-Fraktion davon unabhängig fest und wird das exekutive Handeln weiterhin kritisch begleiten. 

Stellungnahme des Senats 2026:
Zu diesem Antrag kann keine Stellungnahme seitens des Senats abgegeben werden, da dieser keinem SPD-geführten Ressort zuzuordnen ist.
Überweisungs-PDF: