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Antrag 130/II/2025 Hitzeschutz ist soziale Gerechtigkeit – Berlin klimafest für alle machen

9.10.2025

Berlin erlebt im Zuge der Klimakrise immer häufiger und intensivere Hitzewellen. Die Sommer der letzten Jahre zeigen, dass Temperaturen über 30 Grad an mehr als zwanzig Tagen inzwischen keine Seltenheit mehr sind – im Rekordsommer 2019 wurden sogar 29 Hitzetage verzeichnet. Eine Analyse des Potsdam-Institus für Klimafolgenforschung zeigt: Im langjährigen Mittel der Jahre 1987 bis 2017 lag die Zahl heißer Tage in Berlin noch bei durchschnittlich etwa acht pro Jahr. Klimamodelle prognostizieren bis 2050 eine Verdoppelung dieses Wertes auf durchschnittlich etwa 16 Hitzetage jährlich – und bis 2100 sogar bis zu 28 Tage mit Temperaturen über 30 Grad, also fast ein ganzer Monat Hitze. In klimatischen Projektionen entspricht das Berlin von 2100 dem heutigen Toulouse – mit einem mediterranen Sommerklima, das vermehrt Tropennächte (Nächte über 20 °C) erwarten lässt.

 

Die gesundheitlichen Risiken sind dabei ungleich verteilt:

 

  • Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders hitzeanfällig.
  • Kinder leiden schneller an Dehydrierung und Kreislaufproblemen.
  • Obdachlose Menschen sind schutzlos der Sonneneinstrahlung und Hitze ausgesetzt.
  • Einkommensschwache Haushalte haben oft keinen Zugang zu kühleren Wohnverhältnissen, Ventilatoren oder Klimageräten.
  • Menschen in dicht bebauten Kiezen und der Innenstadt sind besonders betroffen, weil sich dort Hitze stärker staut und Grünflächen fehlen

 

Laut Robert Koch-Institut kam es allein im Sommer 2022 in Deutschland zu mehr als 4.500 hitzebedingten Todesfällen. Die Zahl der Hitzetoten übersteigt damit inzwischen sogar die der Verkehrstoten – viele dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen. Dennoch gibt es in Berlin bislang keinen umfassenden Hitzeaktionsplan, der vor allem die am stärksten gefährdeten Gruppen gezielt schützt. Klimaanpassung darf nicht nur Stadtgrün und Entsiegelung bedeuten – sie muss sozial gerecht gestaltet werden. Wir wollen, dass Berlin eine Vorreiterrolle einnimmt und Hitzevorsorge als Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge begreift.

 

Wir fordern, dass Berlin einen verbindlichen und sozial gerechten Hitzeaktionsplan erarbeitet und umsetzt, der folgende Maßnahmen umfasst:

 

Hitze-Notfallinfrastruktur schaffen: 

  • Ausbau von „Cooling Centers“ (klimatisierte, barrierefreie öffentliche Räume) in jedem Bezirk, z. B. in Bibliotheken, Bürgerämtern oder Jugendfreizeiteinrichtungen (sofern sie weiterhin nur für Jugendliche zugänglich sind), auch in Zusammenarbeit mit weiteren Trägern (wie z.B. Kirchen). Diese Räume müssen kostenfrei und ohne Konsumzwang zur Verfügung stehen. Hier ist es besonders wichtig, dass diese Räume auch tatsächlich allen Personen offen stehen, auch wenn diese ohne Obdach leben.
  • Mobile Kühlbusse und Kühlzelte in stark frequentierten Bereichen (Ausgehviertel, Verkehrsknotenpunkte, Parks), ausgestattet mit Trinkwasser, Erste-Hilfe-Material und Ruhemöglichkeiten, um während Hitzeperioden kurzfristig Abkühlung zu bieten.
  • Ausstattung von allen öffentliche Verkehrsmitteln mit funktionierenden Klimaanlagen
  • Gezielte Einrichtung von mehr konsumfreie Schattenplätzen im öffentlichen Raum, beispielsweise durch Bäume
  • Verpflichtende Sicherstellung seitens der Arbeitgeber von angemessenen Luft und Temperaturverhältnissen am Arbeitsplatz

 

Gezielte Unterstützung für vulnerable Gruppen:

  • „Hitzeschutzpakete“ für obdachlose Menschen und andere besonders Betroffene, bestehend aus Wasserflaschen, Sonnenschutz, leichten Decken und Ventilatoren (in Unterkünften).
  • Unbürokratische Stromkostenzuschüsse für einkommensschwache Haushalte zur Nutzung von Ventilatoren oder energieeffizienten Klimageräten während extremer Hitzeperioden.
  • Proaktive Ansprache Gefährdeter: Kooperation mit Trägern der Wohnungslosenhilfe, Senioreneinrichtungen und Kitas, um vulnerable Menschen frühzeitig zu informieren und zu schützen.

 

Gesundheitsschutz verankern:

  • Einführung eines Hitzewarnsystems für Berlin mit SMS-Benachrichtigungen, (Social-Media-)Kampagnen und mehrsprachigen Informationsmaterialien, um die Bevölkerung rechtzeitig vor bevorstehenden Hitzewellen zu warnen.
  • Verpflichtende Hitze-Notfallpläne für Pflegeheime, Kitas und Schulen – inklusive angepasster Abläufe bei Unterricht und Betreuung an extrem heißen Tagen.
  • Flächendeckende Ausstattung von Schulen, Kitas und anderen Jugendeinrichtungen mit Kühlsystemen, um auch bei hohen Temperaturen eine gute Lern- und Betreuungsumgebung sicherzustellen.
  • Ausbau der öffentlichen Trinkwasserversorgung: Einrichtung zusätzlicher Trinkbrunnen und Wasserstationen in dicht bebauten, stark versiegelten Wohngebieten, damit überall kostenlos Trinkwasser zugänglich ist.
  • Ausbau von Angeboten zur kostenlosen Bereitstellung von Sonnenschutzmitteln in öffentlichen Gebäuden sowie an weiteren öffentlichen Orten

 

Klimaanpassung in Bestandsquartieren:

  • Förderprogramme für Fassaden- und Dachbegrünung, insbesondere in einkommensschwachen Kiezen mit geringer Grünfläche pro Kopf, um Quartiere natürlicher zu kühlen.
  • Entsiegelung von möglichen Flächen, prioritär in Vierteln mit überdurchschnittlicher Hitzebelastung (auf Grundlage der Wärmebelastungskarten des Umweltatlas Berlin), damit mehr Flächen Wasser aufnehmen und für Abkühlung sorgen können.

 

Antrag 131/II/2025 BäumePlus-Gesetz beschließen

9.10.2025

Die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses von Berlin werden aufgefordert, das Bäume-Plus-Gesetz in seiner vorliegenden, aktualisierten Fassung unverzüglich in das parlamentarische Verfahren einzubringen und zeitnah zu beschließen.

Antrag 132/II/2025 Resolution: Das Klima nicht den Faschos überlassen: Für eine queerfeministische, antirassistische und antiklassistische Klimapolitik

9.10.2025

Die Klimakrise bedroht Lebensgrundlagen weltweit und verschärft dabei bestehende Ungleichheiten drastisch. Es braucht dringend linke Antworten und eine Klimapolitik, die (queer)feministisch, antifaschistisch, antirassistisch, internationalistisch, antiklassistisch und diskriminierungssensibel handelt.

 

Wenn wir nicht entsprechende politische Maßnahmen umsetzen, überlassen wir ökologische Fragen denjenigen, die autoritäre, rassistische und menschenverachtende Ansätze verfolgen. Ökofaschistische Narrative nutzen Natur- und Heimatideologien, um Ungleichheit zu rechtfertigen und blenden die Verantwortung kapitalistischer, rassistischer und patriarchaler Strukturen aus.

 

Gegen Ökofaschismus und rechte Narrative

Ökofaschismus ist nicht nur ein polemischer Kampfbegriff gegen pro-ökologische Positionen, sondern spiegelt vielmehr seit Anfang der 2010er Jahre ein größer werdendes Phänomen wider, welches über die bloße Klimawandelleugnung von rechten Parteien hinausgeht. Völkisch-ökologisches Gedankengut findet sich unter anderem in den politischen Manifesten von Rechtsterrorist*innen wie den Tätern von Utøya und Christchurch wieder. Dies schafft eine Kontinuität mit der Blut-und-Boden-Ideologie und der Verehrung des erdgebundenen Volkes in der nationalistischen und späteren nationalsozialistischen Ideologie. Zeitgenössische Öko- und Endzeitfaschist*innen sehen Grenzen als Trennlinie zwischen denen, die Schutz verdienen, und denen, die in sogenannte Opferzonen gehören. Rechte Bewegungen versuchen zunehmend, die Klimakrise für ihre Zwecke zu instrumentalisieren und ökologische Themen zu vereinnahmen. Sie propagieren Abschottungspolitik, autoritäre Kontrollmaßnahmen in den Bereichen Migration und Reproduktion und verbreiten verschwörungsideologische Deutungen zu Klimakatastrophen unter dem Deckmantel des sogenannten Naturschutzes. Das stellt eine extreme und reale Gefahr für marginalisierte Gruppen dar, wird aber politisch kaum adressiert, wodurch sich rechtsextreme Umweltnarrative gesellschaftlich festsetzen können.

 

Die Klimakrise ist eine Gerechtigkeitsfrage

Unser Anspruch ist es, Klimapolitik mit einer klaren Perspektive auf Gerechtigkeit, Demokratie und Solidarität zu gestalten und bestehende Diskriminierungsstrukturen zu dekonstruieren. Wer über Klimagerechtigkeit spricht, muss soziale Fragen, Machtverhältnisse und Umverteilung in den Blick nehmen. Stattdessen erleben wir eine Politik, die patriarchale, koloniale und kapitalistische Strukturen fortschreibt und so die Ursachen der Klimakrise, insbesondere auch global, reproduziert.

 

Die Klimakrise trifft Menschen ungleich: FINTAs, queere Personen, BIPoCs, Menschen mit Behinderung, wohnungslose Menschen und einkommensarme Haushalte tragen die größten Belastungen und sind von den Folgen der Klimakrise überproportional betroffen – sei es durch Energiearmut, unsichere Arbeitsbedingungen, prekären Wohnverhältnissen oder erhöhte Gewalt in Krisensituationen. Klimapolitik, die diese Ungleichheiten nicht aktiv bekämpft, reproduziert bestehende Diskriminierungen.

 

Ob in heißen, dicht bebauten Stadtteilen, in Sammelunterkünften oder in prekären Jobs: Es braucht spezielle Hitze- und Kälteschutzpläne für Schulen, Kitas, Pflegeheime, Sammelunterkünfte, auf Baustellen und in anderen vulnerablen Bereichen anstelle einer Klimapolitik auf den Kosten prekär Beschäftigter und wohnungsloser Menschen. Gleichzeitig müssen wir es verhindern, dass soziale Gerechtigkeit als Vorwand und Verzögerungsstrategie gegen das Handeln missbraucht wird und Klimaschutz nicht als Gegensatz zur sozialen Gerechtigkeit dargestellt wird. Längerfristige Kosten und Verteilungseffekte dürfen nicht zugunsten der Kurzfristigen heruntergespielt werden.

 

(Queer)feministische Perspektive

Klimapolitik darf nicht geschlechtsneutral gedacht werden. FINTA-Personen leisten den Großteil unbezahlter Sorgearbeit, die mit den Folgen der Klimakrise noch weiter zunehmen wird, arbeiten überdurchschnittlich oft in prekären und vom Klimawandel besonders betroffenen Berufen und haben gleichzeitig weniger Zugang zu Ressourcen, die eine individuelle Bewältigung von Klimafolgen erleichtern.

 

Ohne feministische Perspektiven droht die Klimakrise, alte Ungleichheiten zu verfestigen oder gar zu verschärfen. Eine gerechte Klimapolitik erkennt an, dass soziale und ökologische Transformation nur gelingt, wenn sie geschlechtergerecht gestaltet wird.

 

Auch von Naturkatastrophen, deren Häufigkeit durch die Klimakrise zunehmen wird, sind Frauen meist stärker betroffen, weil sie ihnen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Rolle stärker ausgesetzt sind. So waren beispielsweise bei dem Tsunami, der 2004 Südostasien verwüstete, über 70% der Todesopfer Frauen.

 

Nicht nur, aber besonders in Krisensituationen ist die reproduktive Gesundheit von FINTAs gefährdet und eingeschränkt. Wir dürfen nicht zulassen, dass gesellschaftliche Probleme gegeneinander ausgespielt werden, weil vermeintlich “wichtigere” Krisen und Probleme in den Vordergrund gestellt werden und die Klimakrise so eine zusätzliche Gefahr für die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung wird.

 

Dafür braucht es systematische Instrumente: verbindliche Folgenabschätzungen, gerechte Infrastrukturplanung und echte Beteiligung von FINTA-Personen. Nur so wird aus der Klimakrise auch eine sozial gerechte Transformation, die niemanden zurücklässt.

Alle klima- und umweltpolitischen Gesetze, Programme, Investitionen und Planungen sollen verpflichtend auf ihre geschlechterspezifischen Auswirkungen geprüft werden. Die Ergebnisse dieser Prüfungen müssen öffentlich einsehbar und Grundlage politischer Entscheidungen sein. Gleichstellungsstellen und Fachverbände, wie beispielsweise Frauenhäuser oder FINTA-Organisationen, müssen frühzeitig in Gesetzgebungs- und Planungsverfahren einbezogen werden.

Darüber hinaus bestärken wir erneut unsere Forderung nach einer feministischen Stadtentwicklung in Bezug auf Klimaanpassungsmaßnahmen und einer feministischen Mobilitätswende. Dazu gehören unter anderem beleuchtete Fuß- und Radwege mit Rücksicht auf nächtliche Sicherheit und Barrierefreiheit, ein verlässlicher, bezahlbarer und flächendeckender ÖPNV sowie flexible Haltestellenkonzepte, Nachtfahrpläne und Transportmöglichkeiten mit Kinderwagen oder Gepäck. Klimaanpassungsmaßnahmen in der Stadtentwicklung und Verkehrsplanung müssen intersektional gedacht werden, da auch ältere Frauen, Menschen mit Behinderungen oder queere FINTA-Personen besonders von Mobilitätsungleichheit betroffen sind.

Zudem müssen wir Paritätsregelungen in allen klima- und umweltpolitischen Beiräten, Kommissionen, Räten und Gremien auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene durchgesetzt werden. Unterstützt wird außerdem die Einrichtung eines feministischen Klimarats auf Bundesebene, der Politik und Verwaltung berät. Dieser Rat soll interdisziplinär besetzt sein – mit Fachmenschen aus Wissenschaft, Aktivismus, Gewerkschaften und Praxis. Darüber hinaus sollen FINTA-Personen gezielt für Karrieren in Umweltwissenschaften, Klimapolitik und Green-Tech-Branchen gefördert werden, unter anderem durch Stipendien, Mentoring, Fortbildungen und gezielte Anreizprogramme.

 

(Queer)feministische Klimapolitik bedeutet daher: gerechte Verteilung von Care-Arbeit, konsequenter und barrierefreier Kälte- und Hitzeschutz sowie entsprechende Schutzräume, die die Bedarfe von queeren Menschen, und FINTAs, insbesondere auch trans, inter und nicht binären Personen berücksichtigt. Klimapolitik muss Körpervielfalt, geschlechtliche Selbstbestimmung und sichere Räume aktiv mitdenken.

 

Dabei müssen immer auch Aspekte von intersektionaler Diskriminierung berücksichtigt werden.

 

Auch in der internationalen Klimapolitik, beispielsweise im Intergovernmental Panel on Climate (IPCC) oder auf der Klimakonferenz COP muss die Teilnahme von FINTA gerade in Entscheidungspositionen gezielt gefördert werden.

 

Antirassistische und antiklassistische Dimensionen

Klimapolitik, die nicht antirassistisch ist, ist keine gerechte Politik und kann der Klimakrise langfristig nichts entgegensetzten. Der Kampf gegen die Klimafolgen muss mit dem Kampf gegen Rassismus, Armut und Ausbeutung verbunden werden. Rassistische Narrative, wie der Diskurs der vermeintlichen Überbevölkerung, werden zum Teil auch durch prominente westliche Klimaaktivist*innen und -organisationen salonfähig gemacht. Diese schüren Verwirrung zwischen Gesamt- und Pro-Kopf-Emissionen und leugnen die aktuelle und historische Verantwortung Deutschlands als Großemittent*in. Dekoloniale und antirassistische Klimabildung muss migrantische, postkoloniale und queere Perspektiven sichtbar machen und ihnen Raum in politischen Prozessen geben. Nur so kann Klimapolitik verhindern, selbst Teil der Unterdrückung zu werden.

 

Klimaschutz ist Klassenkampf: Von Armut betroffene Personen leiden unter den Folgen der Klimakrise, aber auch unter den Ansätzen einer Klimapolitik, die prekär Beschäftigte, Mieter*innen und einkommensarme Haushalte zusätzlich belastet und keine umfassende Umverteilung in den Bereichen Steuern, Vermögen und öffentlicher Daseinsvorsorge vorsieht. Maßnahmen wie ein sozial gerechtes Klimageld müssen insbesondere deswegen in den breiten politischen Fokus rücken und mit Nachdruck verfolgt werden.

 

Dennoch dürfen wir nicht zulassen, dass das Bessere zum Feind des Guten wird. Wir müssen unverhältnismäßige Vorsicht bei der Festlegung ambitionierter klimapolitischer Ziele vermeiden. Wir haben nicht genug Zeit, um perfekte Lösungen zu finden, sondern müssen nach besten Kräften handeln, um echte Emissionsreduktionen zu erreichen. Dabei dürfen wir den Kampf gegen Ungleichheit niemals aus den Augen verlieren.

 

Demokratisierung der Klimapolitik

Rechte bieten autoritäre „Lösungen“ für die Klimakrise an. Wir setzen dem Demokratisierung entgegen: Bürger*innenbeteiligung in Klimafragen muss barrierefrei, mehrsprachig und intersektional organisiert sein. Der sogenannte globale Süden ist am stärksten mit den Auswirkungen der Klimakrise konfrontiert, obwohl Staaten des globalen Nordens mit ihrer klimafeindlichen Wirtschaftsweise deutlich stärker für die Klimakrise verantwortlich sind. Alle klimabezogenen Gesetzesvorhaben müssen verpflichtend auf ihre geschlechtsspezifischen und intersektionalen Auswirkungen geprüft werden. Wichtige Maßnahmen wie die Mobilitätswende, klimagerechtes Bauen und eine Stadtplanung, die auf die Klimakrise reagiert, dürfen nicht zu Klimagentrifizierung führen und müssen wohnungslose Menschen mitdenken.

 

Die Transformationzur klimaneutralen Sädten muss immer auch soziale Absicherung, Schutz vor Verdrängung und faire Arbeit bedeuten. Stadtteile, in denen viele marginalisierte und von Armut betroffene Personengruppen leben, haben eine schlechtere Infrastruktur, weniger Grünflächen und sind stärker von Hitze betroffen. Es braucht Klimainvestitionen in allen Untergliederungen bezahlbare Energie- und Wasserversorgung, kostenfreien ÖPNV und eine Klimapolitik, die nicht durch Gentrifizierung neue Ungleichheiten schafft.

 

Internationale Solidarität

Die Klimakrise ist global, ihre Bekämpfung muss es auch sein. Die Hauptverursacher der Klimakrise sind nicht die Hauptleidtragenden, weshalb Millionen von Menschen zur Flucht gezwungen sind – und trotzdem mit Abschottung, Rassismus und Entrechtung konfrontiert werden. Klimagerechtigkeit muss international gedacht werden, beispielsweise durch dekoloniale und feministische Klimapatenschaften, den Schutz von Klimaaktivist*innen weltweit, der Unterstützung von feministischen und queeren Klimaprojekten, der Begleichung von Klimaschulden und der uneingeschränkten Solidarität mit geflüchteten Menschen.

 

Das Klima nicht den Faschos überlassen, heißt Klimapolitik als Projekt der Befreiung, Solidarität und Demokratie zu gestalten. Gegen Rassismus, Klassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Ableismus und weitere Diskriminierungsstrukturen. Der Kampf gegen die Klimakrise ist im Kern ein sozialistischer Kampf: Nur eine intersektionale, solidarische und demokratische Klimapolitik kann verhindern, dass ökologische Maßnahmen Ungleichheiten verstärken.

 

Antrag 135/II/2025 Umwidmung des 16. Bauabschnitts der A100 zu einer innerstädtischen Straße im BT-Verkehrsausschuss herbeiführen

9.10.2025

Um die Gefährdung für Fußgängerinnen/Fußgänger und Radfahrerinnen/Radfahrer zu senken und dem ÖPNV am Treptower Park wieder Vorrang zu geben, setzen sich die sozialdemokratischen Mitglieder des Abgeordnetenhauses und Bundestages sowie des Senats und der Bundesregierung für eine Umwidmung der A100 auf dem 16. Bauabschnitt zu einer innerstädtischen Bundesstraße ein; Voraussetzung für eine ampelbasierte Steuerung des Verkehrsflusses, damit nur so viele Autos in die Elsenstraße abfließen, wie es der reguläre Verkehr zulässt. 

Antrag 136/II/2025 Dem Wahnsinn endlich Einhalt gebieten – Für ein Ende des 16. und des 17. Bauabschnitts der A100

9.10.2025

Wir fordern:

  • die sofortige Schließung des 16. Bauabschnitts der A100, bis ein Gesamtkonzept zum Verkehrsabfluss vorliegt,
  • erneut das sofortige Ende aller Planungen für den 17. Bauabschnitt der A100