Wissen, Bildung und kulturelle Teilhabe sind Grundpfeiler einer gerechten Gesellschaft. Bücher sind dabei kein Konsumgut wie jedes andere, sondern ein zentrales Medium des demokratischen Zugangs zu Information, politischer sowie künstlerischer und kultureller Bildung und persönlicher Emanzipation.
Trotz des in Deutschland geltenden ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Bücher von 7 % bleiben Preise künstlich erhöht – und damit auch soziale Hürden, die Menschen mit geringem Einkommen, junge Menschen, Alleinerziehende und einkommensschwache Familien besonders treffen.
Dänemark geht hier mit gutem Beispiel voran: Seit dem 01.01.2026 ist die Mehrwertsteuer auf Bücher dort vollständig abgeschafft, um eine „Lesekrise“ zu bekämpfen und Literatur für alle erschwinglicher zu machen. Auch andere europäische Staaten wie Irland oder Tschechien haben diesen Schritt bereits vollzogen. Eine solche Maßnahme zeigt: Büchersteuer ist keine Notwendigkeit – sie ist eine politische Entscheidung.
Die Besteuerung von Büchern trifft nicht alle gleich. Eine Steuer auf Lesen ist regressiv – sie verschärft Ungerechtigkeit.
Die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Bücher wäre ein konkreter Schritt gegen soziale Bildungsbarrieren, sowie ein konkretes Instrument für gerechte Teilhabe an Wissen. Ebenso würde dies – neben einer gelungenen Kulturförderpolitik, einen Beitrag zum Schutz von Buchhandlungen und unabhängigen Verlagen ermöglichen, die immer mehr vom Aussterben bedroht sind. Zugleich müssen öffentliche Bibliotheken als kostenfreie Orte des Wissens gestärkt werden.
Lesen zu besteuern heißt, Ungleichheit zu besteuern. Wir wollen das Gegenteil: eine Gesellschaft, die den Zugang zu Wissen erleichtert, statt verteuert.
Um den Zugang zu Wissen und Bildung gerecht und unabhängig vom Einkommen zu ermöglichen, fordern wir:
- … dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, eine gesetzliche Regelung zur vollständigen Abschaffung der Mehrwertsteuer auf gedruckte Bücher und E-Books einzuführen.
- … dass Bücher steuerrechtlich als Grundlage von Bildung und kultureller Teilhabe eingestuft werden – nicht als preisbelastbares Wirtschaftsgut.
- … dass die Preisentlastung verpflichtend und vollständig an die Leser*innen weitergegeben werden soll, um soziale Wirkung sicherzustellen. Hierzu ist eine transparente Kontrolle der Preisentwicklung vorzusehen.
- eine generelle Abschaffung der Mehrwertsteuer und eine flächendeckende Einführung von progressiven Steuern
Wir müssen klar und deutlich sagen: Bildung darf nicht käuflich sein!
