Antrag 42/II/2025 Für eine bessere und auskömmlich finanzierte Pflege des öffentlichen Raums in Berlin

Status:
Annahme mit Änderungen

Der öffentliche Raum ist die für alle Berliner*innen und Gäste sichtbare Visitenkarte der Stadt. Ob öffentlicher Raum Pflege erfährt und ob geltende Regeln durchgesetzt werden, ist für viele Menschen gelebter Beweis für eine handlungsfähige Verwaltung eines handlungsfähigen Staates. Parks und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität sorgen für soziale Gerechtigkeit, profitieren von ihnen doch vor allem auch diejenigen, die nicht über einen eigenen Garten oder Balkon verfügen. Das gilt insbesondere für den hoch versiegelten und dicht besiedelten Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, in dem Grünflächen für die Naherholung und Gesundheit besondere Bedeutung haben. Versäumnisse in der Pflege können eine Verwahrlosungsspirale in Gang setzen, wie sie seit Jahren in einigen Grünanlagen im Bezirk zu beobachten ist.

 

Wir fordern deshalb das Bezirksamt, insbesondere das von Bündnis90/Die Grünen geführte Straßen- und Grünflächenamt (SG), die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg, die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sowie die SPD-Mitglieder im Berliner Senat auf,

  • umgehend die notwendigen haushalterischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung der politischen Zusagen zu treffen,
  • sich wenn nötig auch auf Landesebene für die entsprechenden Mittel und politischen Weichenstellungen einzusetzen,
  • der Grünflächenpflege aufgrund ihrer Bedeutung als sichtbares Zeichen funktionierender Verwaltung und der hohen sozialpräventiven Funktion eines attraktiven öffentlichen Raums insgesamt einen höheren Stellenwert einzuräumen,
  • dafür Sorge zu tragen, dass die geltenden Vereinbarungen und Richtlinien zur Grünflächenpflege im Bezirk konsequent zur Anwendung kommen,
  • die negativen Folgen von Drogenkonsum im öffentlichen Raum als soziale und gesundheitliche Aufgabe zu begreifen und mit nachhaltigen Strategien und entsprechenden Maßnahmen (wie zum Beispiel die langfristige Finanzierung aufsuchender sozialer Arbeit, die ressort- und bezirksübergreifende Unterstützung der Drogen- und Wohnungslosenhilfe, mehr Drogenkonsumräume und 24/7-Notunterkünfte) zu reagieren.

 

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK (Konsens)
Fassung der Antragskommission:

Der öffentliche Raum ist die für alle Berliner*innen und Gäste sichtbare Visitenkarte der Stadt. Ob öffentlicher Raum Pflege erfährt und ob geltende Regeln durchgesetzt werden, ist für viele Menschen gelebter Beweis für eine handlungsfähige Verwaltung eines handlungsfähigen Staates. Parks und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität sorgen für soziale Gerechtigkeit, profitieren von ihnen doch vor allem auch diejenigen, die nicht über einen eigenen Garten oder Balkon verfügen. Versäumnisse in der Pflege können eine Verwahrlosungsspirale in Gang setzen, wie sie seit Jahren in einigen Grünanlagen im Bezirk zu beobachten ist.

 

Wir fordern deshalb die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sowie die SPD-Mitglieder im Berliner Senat auf,

  • umgehend die notwendigen haushalterischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung der politischen Zusagen zu treffen,
  • sich wenn nötig auch auf Landesebene für die entsprechenden Mittel und politischen Weichenstellungen einzusetzen,
  • der Grünflächenpflege aufgrund ihrer Bedeutung als sichtbares Zeichen funktionierender Verwaltung und der hohen sozialpräventiven Funktion eines attraktiven öffentlichen Raums insgesamt einen höheren Stellenwert einzuräumen,
  • dafür Sorge zu tragen, dass die geltenden Vereinbarungen und Richtlinien zur Grünflächenpflege im Bezirk konsequent zur Anwendung kommen,
  • die negativen Folgen von Drogenkonsum im öffentlichen Raum als soziale und gesundheitliche Aufgabe zu begreifen und mit nachhaltigen Strategien und entsprechenden Maßnahmen (wie zum Beispiel die langfristige Finanzierung aufsuchender sozialer Arbeit, die ressort- und bezirksübergreifende Unterstützung der Drogen- und Wohnungslosenhilfe, mehr Drogenkonsumräume und 24/7-Notunterkünfte) zu reagieren im Rahmen einer vom Senat zu erarbeitenden landesweiten Drogen- und Suchtpräventionsstrategie.

 

Beschluss: Annahme mit Änderungen
Text des Beschlusses:

Der öffentliche Raum ist die für alle Berliner*innen und Gäste sichtbare Visitenkarte der Stadt. Ob öffentlicher Raum Pflege erfährt und ob geltende Regeln durchgesetzt werden, ist für viele Menschen gelebter Beweis für eine handlungsfähige Verwaltung eines handlungsfähigen Staates. Parks und Grünanlagen mit hoher Aufenthaltsqualität sorgen für soziale Gerechtigkeit, profitieren von ihnen doch vor allem auch diejenigen, die nicht über einen eigenen Garten oder Balkon verfügen. Versäumnisse in der Pflege können eine Verwahrlosungsspirale in Gang setzen, wie sie seit Jahren in einigen Grünanlagen im Bezirk zu beobachten ist.

 

Wir fordern deshalb die SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus sowie die SPD-Mitglieder im Berliner Senat auf,

  • umgehend die notwendigen haushalterischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Umsetzung der politischen Zusagen zu treffen,
  • sich wenn nötig auch auf Landesebene für die entsprechenden Mittel und politischen Weichenstellungen einzusetzen,
  • der Grünflächenpflege aufgrund ihrer Bedeutung als sichtbares Zeichen funktionierender Verwaltung und der hohen sozialpräventiven Funktion eines attraktiven öffentlichen Raums insgesamt einen höheren Stellenwert einzuräumen,
  • dafür Sorge zu tragen, dass die geltenden Vereinbarungen und Richtlinien zur Grünflächenpflege im Bezirk konsequent zur Anwendung kommen,
  • die negativen Folgen von Drogenkonsum im öffentlichen Raum als soziale und gesundheitliche Aufgabe zu begreifen und mit nachhaltigen Strategien und entsprechenden Maßnahmen (wie zum Beispiel die langfristige Finanzierung aufsuchender sozialer Arbeit, die ressort- und bezirksübergreifende Unterstützung der Drogen- und Wohnungslosenhilfe, mehr Drogenkonsumräume und 24/7-Notunterkünfte) zu reagieren im Rahmen einer vom Senat zu erarbeitenden landesweiten Drogen- und Suchtpräventionsstrategie.

 

Beschluss-PDF:
Stellungnahme(n):
Stellungnahme der AH-Fraktion 2026:
Für die SPD-Fraktion sind lebenswerte öffentliche Räume ein zentrales Anliegen ihrer Stadtentwicklungspolitik. Im Doppelhaushalt 2026/2027 legt die SPD-Fraktion hier auch finanzielle entsprechende Schwerpunkte. Die BSR-Reinigung von Parkflächen und Spielplätzen wird weiter fortgeführt und soll ausgeweitet werden. Seit Juli 2024 ist die Zahl der von der BSR gereinigten Grünanlagen deutlich gestiegen. Inzwischen reinigt die BSR 102 Parks und 135 Spielplätze. Das Projekt der Parkläufer:innen, das von der CDU-geführten Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt im Haushaltsentwurf gestrichen wurde, hat die SPD-Fraktion erfolgreich wieder reinverhandelt. Für die Umgestaltung von Stadtplätzen hat die SPD-Fraktion in den Haushaltsberatungen pro Jahr 2 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Den im Antrag formulierten Ansatz, die negativen Folgen von Drogenkonsum im öffentlichen Raum als soziale und gesundheitliche Aufgabe zu begreifen, teilen wir als SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Dabei setzen wir auf Prävention, niedrigschwellige Hilfsangebote, aufsuchende Sozialarbeit und den bedarfsgerechten Ausbau von Drogenkonsumräumen und Notunterkünften. In den vergangenen Haushaltsberatungen haben wir uns mit Erfolg für die Verstetigung und Weiterentwicklung von Projekten aus dem Sicherheitsgipfel sowie für den Ausbau der Drogenhilfe-Infrastruktur eingesetzt. Diesen Ansatz werden wir auch in Zukunft fortsetzen und uns zugleich für eine landesweite Strategie zur Drogen- und Suchtprävention einsetzen.

Stellungnahme des Senats 2026:
Für den öffentlichen Raum ist die SenMVKU federführend. Die SenStadt ist regelmäßig im Austausch mit der SenMVKU um Verbesserungen für den öffentlichen Raum zu erreichen. Darüber hinaus steht der SenStadt das Berliner Plätzeprogramm zur Verfügung.

Das Berliner Plätzeprogramm ist ein stadtentwicklungspolitisches Förderinstrument der SenStadt zur Verbesserung der baukulturellen Qualität im öffentlichen Raum. Es unterstützt Bezirksämter bei der Gestaltung, Aufwertung und funktionalen Erneuerung von Stadtplätzen, Vorflächen und Aufenthaltsräumen in Berlin. Ziel ist die nachhaltige Erhöhung der öffentlichen Nutzungsqualität, die Förderung sozialer Begegnung sowie die Stärkung identitätsstiftender Stadträume.

Zahlreiche Projekte konnten erfolgreich realisiert werden oder sind aktuell in der Umsetzung. Besonders hervorzuheben ist die Fertigstellung und Eröffnung des neu gestalteten Hegelplatzes im Bezirk Mitte, der nach einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase nun als attraktiver Erholungs- und Begegnungsraum dient. Die Umgestaltung umfasste sowohl die Grünflächen als auch angrenzende Straßenräume und wurde vollständig aus Mitteln des Plätzeprogramms finanziert.

Darüber hinaus wurde im Herbst 2025 der Herthaplatz in Niederschönhausen nach umfassender Erneuerung der Öffentlichkeit übergeben, ebenfalls im Rahmen des Plätzeprogramms finanziert. Die Maßnahmen umfassten die Sanierung von Wegen, Aufenthaltsflächen und die Anlage neuer Grünflächen mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Platz als sozialen Treffpunkt zu stärken.

Insgesamt hat das Programm seit seiner Einführung über 50 öffentliche Räume in Berlin gestalterisch verbessert und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen städtischen Entwicklung und zur Qualität des öffentlichen Raums.
Überweisungs-PDF: