Antrag 84/II/2025 Clearingstelle stärken: Zugang zu medizinischer Versorgung für alle

Status:
Annahme

In Berlin leben ungefähr 60.000 Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Seit 2018 unterstützt eine Clearingstelle Betroffene mit Beratung und Kostenübernahmen für notwendige Behandlungen. Doch die Finanzierung bleibt unsicher und strukturelle Hürden erschweren die Unterstützung. Daher fordern wir die SPD-Abgeordneten im Abgeordnetenhaus und den Senat auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:

  1. Die Clearingstelle in Berlin wird verstetigt und somit dauerhaft gesichert ausfinanziert.
  2. Mit den Berliner Sozialämtern und den Berliner Krankenhäusern werden verbindliche Vereinbarungen zur Refinanzierung von Notfallbehandlungen für nicht krankenversicherte Personen geschlossen. 
  3. Bürokratische Hürden und Kompetenzersplitterungen in den Behörden werden abgebaut und Anträge wie vorläufige Leistungsgewährungen im Krankheitsfall schneller bearbeitet.
  4. Es wird geprüft, ob eine elektronische Gesundheitskarte oder eine Berlin City ID Card die aktuell gedeckelten Einzelfall-Behandlungsscheine ersetzen können.
Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)
Beschluss: Annahme
Text des Beschlusses:

In Berlin leben ungefähr 60.000 Menschen ohne ausreichenden Krankenversicherungsschutz. Seit 2018 unterstützt eine Clearingstelle Betroffene mit Beratung und Kostenübernahmen für notwendige Behandlungen. Doch die Finanzierung bleibt unsicher und strukturelle Hürden erschweren die Unterstützung. Daher fordern wir die SPD-Abgeordneten im Abgeordnetenhaus und den Senat auf, folgende Maßnahmen umzusetzen:

  1. Die Clearingstelle in Berlin wird verstetigt und somit dauerhaft gesichert ausfinanziert.
  2. Mit den Berliner Sozialämtern und den Berliner Krankenhäusern werden verbindliche Vereinbarungen zur Refinanzierung von Notfallbehandlungen für nicht krankenversicherte Personen geschlossen. 
  3. Bürokratische Hürden und Kompetenzersplitterungen in den Behörden werden abgebaut und Anträge wie vorläufige Leistungsgewährungen im Krankheitsfall schneller bearbeitet.
  4. Es wird geprüft, ob eine elektronische Gesundheitskarte oder eine Berlin City ID Card die aktuell gedeckelten Einzelfall-Behandlungsscheine ersetzen können.
Beschluss-PDF:
Stellungnahme(n):
Stellungnahme der AH-Fraktion 2026:
Für uns als SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ist die Sicherstellung eines diskriminierungsfreien Zugangs zu medizinischer Versorgung für alle Menschen in unserer Stadt ein zentrales sozialdemokratisches Anliegen. In den vergangenen Haushaltsberatungen haben wir uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass die bestehende Unterstützungsstruktur, inklusive der Clearingstelle, abgesichert und gestärkt wird. Zur Stärkung der Arbeit der Clearingstelle für nicht-krankenversicherte Menschen haben wir uns auch im Koalitionsvertrag (S. 90) bekannt. Auch in zukünftigen Legislaturperioden werden wir uns dafür einsetzen, dass die gesundheitliche Versorgung für alle Berliner*innen verbessert wird. Dem Thema haben wir uns auch im Ausschuss für Gesundheit und Pflege gewidmet und etwa eine Anhörung zum Thema „Die Arbeit der Clearingstelle an der Schnittstelle zwischen Gesundheits- und Sozialpolitik“ durchgeführt (gp19-053-wp).

Stellungnahme des Senats 2026:
Im aktuellen Doppelhaushalt 2026/2027 wurde die Finanzierung der Clearingstelle mit rund 5,3 Millionen EUR für 2026 verstetigt, wobei der Fokus verstärkt auf der Abdeckung steigender Beratungszahlen und der Sicherung des Notfallfonds liegt.
Überweisungs-PDF: