Antrag 307/I/2026 Berlin will die EXPO 2035

Mit der EXPO bietet sich für Berlin eine Jahrhundertchance, zur Innovations- und Nachhaltigkeitshauptstadt Europas zu werden. Diese Chance gilt es zu nutzen. Das hat der Landesvorstand Berlin am 20. Januar deutlich zum Ausdruck gebracht.  

  

Seit dem 1. Mai 2026 kann sich die Bundesrepublik Deutschland mit Berlin und bestenfalls Brandenburg um die Ausrichtung der Weltausstellung im Jahr 2035 bewerben. Dafür braucht es jetzt nicht nur eine allgemeine Willensbekundung des Regierenden Bürgermeisters für die Expo, sondern auch eine klare Beschlussfassung des gesamten Berliner Senats, um mit Brandenburg über eine gemeinsame Bewerbung zu verhandeln. Wenn beide Länder sich klar positioniert haben, kann an den Bund herangetreten werden, damit in einem nächsten Schritt der Bund die offizielle Bewerbung beim Auswahlkomitee in Paris einreichen kann. 

  

Es ist einzigartig, dass sich in Berlin die Zivilgesellschaft auf den Weg gemacht hat, ein solches Großprojekt zu initiieren und zu planen. Diesem Engagement gilt es, den Rücken zu stärken. Die Expo ist ein Schaufenster für die Innovationskraft unserer gesamten Metropolregion Berlin-Brandenburg – wirtschaftlich, kulturell und ökologisch. 

  

Die EXPO- und Olympiabewerbungen stehen in keinem Widerspruch. Berlin kann und will beides. Die Erfahrungen in Mailand zeigen, dass die Expo eine hervorragende Vorbereitung auf die Olympischen und Paralympischen Spiele sein kann. Paris zeigt, welchen Mehrwert ein solches Event für die Stadt und ihre Infrastruktur haben kann. Jetzt gilt es, die Synergien dieser Projekte für eine erfolgreiche Stadtentwicklung im Sinne der Berliner:innen zu nutzen. Denn Demokratie, Vielfalt und Nachhaltigkeit müssen zum Aushängeschild unserer Stadt und der ganzen Region werden. 

  

Mit der Expo- und Olympiabewerbung geht ein Versprechen an die Stadt einher: Wir werden fertig! Bis 2035 und 2040 bringen wir die notwendigen Investitionen in unsere Infrastruktur auf den Weg: den Ausbau und die Modernisierung der Sportanlagen, des ÖPNV, der Veranstaltungsorte sowie der dezentralen Angebote in den Kiezen vor Ort. Damit werden wir wieder Kultur-, Sport- und Innovationshauptstadt. Die notwendigen Mittel werden wir auch aus dem Sondervermögen bereitstellen. 

  

Eine Bewerbung benötigt im ersten Schritt noch kein finales Konzept. Auch die Standortfrage muss jetzt noch nicht abschließend geklärt sein. An dieser Frage darf eine Bewerbung nicht scheitern. Wir wissen bereits jetzt, dass die Metropolregion Berlin-Brandenburg über die erforderlichen Flächen verfügt. Die drei Flughäfen, Schönefeld, Tegel und die Gebäude in Tempelhof sowie der Clean-Tech-Park Marzahn bieten uns die Chance, mit einem Drei-Flughäfen-Konzept ins Rennen zu gehen und diese Orte erneut für die ganze Welt zu öffnen. Gemeinsam mit verschiedenen dezentralen Standorten wollen wir das Motto der Expo mit Leben füllen: „Ganz Berlin eine Weltaustellung!” 

  

Alle Mitglieder des Senats und des Berliner Abgeordnetenhauses sind daher aufgefordert, sich gegenüber dem Regierenden Bürgermeister und im Rahmen ihrer fachlichen Zuständigkeiten für eine erfolgreiche Expo-2035-Bewerbung einzusetzen. Dafür sollen auch offizielle Gespräche mit Brandenburg eingefordert werden. Das Herumlavieren muss ein Ende haben – die Zukunft unserer Hauptstadt und der Metropolregion muss jetzt geplant und umgesetzt werden. 

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme (Konsens)