Menschen mit chronischen Erkrankungen werden häufig in die Frühverrentung gedrängt, auch wenn sie weiterhin arbeiten wollen. Damit wird ihnen die Teilhabe an einem wichtigen gesellschaftlichen Bereich verwehrt, das Selbstwertgefühl gemindert und wichtige soziale Kontakte abgeschnitten. Menschen mit chronischen Erkrankungen sind vielfach in der Lage zu arbeiten und ihre beruflichen Kompetenzen weiterhin einzubringen – allerdings nicht in gleichbleibenden Umfang und mit der verlässlichen Regelmäßigkeit, wie sie am Arbeitsmarkt in der Regel gefordert wird. Ein inklusiver Arbeitsmarkt muss sich hier öffnen. Wir brauchen flexible Arbeitsmodelle mit Arbeitszeiten und Anforderungen, die sich an jeweiligen Gesundheitszustand und die daraus resultierende, wechselnde Leistungsfähigkeit von Menschen mit chronischen Erkrankungen anpassen.
Eine freiberufliche Tätigkeit im kreativen Bereich, etwa als Schauspieler:in oder bildende:r Künstler:in, kann eine passende individuelle Lösung sein. Allerdings ist es für Menschen mit chronischen Erkrankungen sehr schwer, auf diese Weise ihren Lebensunterhalt kontinuierlich zu sichern. Das meist stark schwankende Einkommen aus solchen Tätigkeiten macht den ergänzenden Bezug von Bürgergeld bürokratisch extrem aufwendig und kompliziert. Ein Grundeinkommen, ein Bürgergeld mit einem Fangnetz, kann das erleichtern: Hohe Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeiten sollen weiterhin auf das Bürgergeld angerechnet werden, jedoch nicht monatlich, sondern einmalig am Jahresende.
