Antrag 08/I/2026 Weil wir es eh besser können! Keine KI-Darstellungen mehr bei uns.

Kunst und politische Kommunikation hängen eng zusammen. Die Bilder, Darstellungen und Sticker, die wir verwenden, vermitteln nicht nur Inhalte, sondern auch unsere Werte. Die Art und Weise, wie politische Materialien gestaltet werden, ist daher auch Ausdruck des politischen Selbstverständnisses einer Partei.

 

Heute ist dabei der Einsatz von KI gang und gäbe. Klar ist aber: Große KI-Modelle benötigen nicht nur extreme Mengen an Energien, aber auch an Wasser und anderen Rohstoffe wie seltene Erden. Der Energieverbrauch durch auf KI zugeschnittene Rechenzenten wird bis 2030 elfmal höher sein als im Jahr 2023. Dieser steigende Energiebedarf verschärft die Klimakrise zusätzlich, insbesondere dort, wo Strom weiterhin aus fossilen Quellen stammt.   Auch die benötigte Menge an Wasser soll bis 2030 verdreifachen im Vergleich zu 2023 und auf 664 Milliarden Liter ansteigen.

Gleichzeitig basiert die Entwicklung vieler KI-Systeme auf unsichtbarer menschlicher Arbeit. Für das Sortieren und Annotieren der Trainingsdaten arbeiten Menschen unter prekärsten Umständen.

Die dafür benötigten Datenmengen echter Kunstwerke werden häufig ohne das Wissen oder die Einwilligung betroffener Künstler*innen verwendet. Das bedeutet auch: Die Arbeit von Kreativschaffenden wird genutzt, ohne dass sie dafür kompensiert und oft auch nicht informiert werden oder dem nicht widersprechen können. Auf der Plattform X beispielsweise steht im Kleingedruckten der Einverständniserklärung, dass sämtliche Kunst, die auf der Plattform geteilt wird, zum Training für KI genutzt werden darf – selbst, wenn diese nicht von den Künstler*innen selbst sondern von Dritten geteilt wird. Für die Künstler*innen ist das Teilen und die Weiterverbreitung ihrer Kunst aber grundlegend und notwendig, sie sollten dadurch aber nicht ihre Rechte an ihrer Kunst verlieren.  Diese Praxis ist eine Form konsequenzloser Ausbeutung durch die Monopolisten von Big Tech, gegenüber denen es den Künstler*innen oft nicht möglich ist, rechtlich vorzugehen. Wir müssen solidarisch an der Seiter der Künstler*innen stehen.

Darüber hinaus fehlt KI-generierter Kunst das, was Kunst eigentlich ausmacht: der Bezug zu einer sozialen, politischen und kulturellen Realität. Kunst entsteht aus persönlichen Erfahrungen, Emotionen und gesellschaftlichen Kontexten – kurz gesagt, das Menschliche. All das kann eine Maschine nicht leisten. Wenn politische Botschaften verbreitet werden, sollten diese von Menschen gestaltet sein, die diese Welt leben und erleben, nicht von Maschinen, die versuchen, uns durch eine billige Imitierung des menschlichen, kreativen Schaffungsprozesses, uns an ein Gefühl zu erinnern. Denn eins bleibt ganz klar: Jeder Mensch macht es immer besser als eine Maschine.

 

Als sozialistischer Verband stehen wir für Solidarität, gute Arbeit und die Anerkennung von kreativer Arbeit. Das muss sich auch in unserem Handeln widerspiegeln. Statt auf KI-generierte Darstellungen zurückzugreifen, sollten wir gezielt die Arbeit von Künstler*innen unterstützen und in diesem Klassenkampf an ihrer Seite stehen. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass Künstler*innen fair entlohnt und sichtbar gemacht werden. Dafür müssen wir aber als erstes bei uns selbst anfangen.

 

Deswegen fordern wir:

 

  • Den maßgeblichen Verzicht der Nutzung von KI-generierten Grafiken bei der Erstellung von Materialien der Jusos und der SPD (z. B. Sticker, Social-Media-Posts, Grafiken, Poster), zudem die kurzfristige Nutzung von Stockimage basierten Generatoren, welche Kunstschaffende durch Lizenzen für ihre Arbeit entlohnen und damit deren Urheberschaft achten, zu priorisieren.

 

  • Die bewusste Unterstützung von Künstler*innen durch die Nutzung und Bezahlung menschlich geschaffener Werke und Förderung von guter und fair bezahlter Kreativarbeit

 

  • Eine klare politische Haltung gegen die Ausbeutung von Kreativschaffenden durch KI-Modelle

 

  • Mittelfristig sollte auf die Entwicklung und Nutzung von opensource Bildgeneratoren die auf „copyright‑clean“-Datensätzen aufbauen und somit die kreative Arbeit von Künstlern wertschätzen, hingearbeitet werden.