Antrag 194/I/2025 Integration neu gerecht denken

Status:
Annahme mit Änderungen

Deutschland ist ein Einwanderungsland und das ist auch gut so! Migration bringt Chancen für die gesamte Gesellschaft.

 

Geflüchtete treffen in Berlin jedoch auf viele Hürden. So zum Beispiel im Bereich der Anerkennung von Berufsausbildung und Studium. Extreme Anforderungen und eine zum Teil absurde Bürokratie sorgen hier für Verzweiflung. Ein Zustand, der angesichts fehlenden Personals nicht länger hinnehmbar ist!

 

Ein Schlüssel zur Integration stellt das Erlernen der Sprache dar, denn Austausch mit der Aufnahmegesellschaft wird in erster Linie durch Sprache hergestellt. Leider stoßen die Sprachlernangebote an einigen Orten Berlins auf eine zu hohe Nachfrage, weswegen Geflüchtete teilweise weite Wege zu anderen Sprachschulen zurücklegen müssen.

 

Der Wohnungsmarkt stellt eine weitere große Hürde für Geflüchtete dar. Viele Geflüchtete mit bereits bewilligter Aufenthaltsgenehmigung können die Aufnahmeeinrichtungen nicht verlassen, da sie keine Wohnung finden. Das führt dazu, dass der Druck, der durch die überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen entsteht und größer wird, nicht abgebaut werden kann.

 

Die Verteilung von Geflüchteten in Berlin geschieht bisher sehr ungleich, wodurch einige wenige Ost-Berliner Bezirke fast die gesamte Last von Aufnahme und Integration stemmen. Stellvertretend für viele Berliner Stadtteile, die von der ungerechten Verteilung betroffen sind, steht Berlin-Buch. Mit hohem Einsatz leisten Ehrenamtliche hier viel, um Aufnahme und Integration möglich zu machen. Allerdings fehlt es an sozialer Infrastruktur, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Eine Herausforderung, welche eigentlich die gesamte Stadtgesellschaft tragen muss.

 

Aktuell ist die Unterbringung von Geflüchteten vielerorts desaströs, was in Berlin beispielsweise bei der Großunterkunft am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel beobachtet werden kann. Diese menschenunwürdigen Zustände müssen schnellstmöglich überwunden werden, sodass den Geflüchteten mehr Perspektiven für ihre persönliche Zukunft gegeben werden können.

Letztlich stellen die Kürzungen im Haushalt eine drohende Gefahr für die Integrationshilfe dar. Gerade die Bürgerzentren in den Kiezen sind hier Anlaufstelle für viele Fragen und Angebote. Die Unterstützung darf nicht gekürzt, sondern sie muss erweitert werden.

 

Integration gelingt dann, wenn Austausch zwischen Aufnehmenden und Ankommenden hergestellt und vertieft wird. Sie gelingt, wenn wir für Bedingungen sorgen, die Aufnehmende nicht überlasten und Ankommende nicht überfordern. Eine Konzentration Geflüchteter auf wenige Orte wirkt segregierend und steht einem integrierenden Austausch entgegen.

 

Wir fordern die sozialdemokratischen Abgeordneten und Senatoren sowie Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Pankow und des Bezirksamts Pankow dazu auf, anzuerkennen, dass Buch weltoffen ist und seinen Beitrag zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten leistet. Wir fordern:

 

  • im kommenden Haushalt für einen auskömmlichen Etat zur Planung und Umsetzung der notwendigen medizinischen, sozialen und schulischen Infrastruktur und eine breitere Verteilung auf das gesamte Stadtgebiet entsprechend Antrag 117/I/2024 zu sorgen,
  • grundsätzlich von der Möglichkeit auf Landesebene Gebrauch zu machen, mithilfe einer Erklärung einer Notlage die nötigen Spielräume zu nutzen, um Kredite für die Unterbringung und schnellstmöglichen Integration von Geflüchteten aufzunehmen,
  • ein umfassendes Investitionsprogramm zu schaffen, wobei zum einen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit den nötigen Mittel ausgestattet werden, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum generell, aber auch speziell für Geflüchtete zu decken. Zum anderen soll die Entwicklung der sozialen Infrastruktur in den entsprechenden Neubaugebieten entsprechend gefördert werden. Das Ziel muss sein, die Aufenthaltsdauer von Geflüchteten bestmöglich zu reduzieren und diesen geregelte Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Langfristig sollen Synergien durch ein Zusammendenken der Unterbringung von geflüchteten und obdachlosen Menschen geschafft werden,
  • die Schließung der Notunterkunft in Berlin-Tegel schnellstmöglich umzusetzen, indem Alternativunterkünfte geschaffen werden. Dabei soll die Anmietung von Hotels für die Unterbringung von Geflüchteten verstärkt als günstigere und menschenwürdigere Alternative für die Unterbringung umgesetzt werden. Der Kurs der vermeintlichen Abschreckung, indem möglichst schlechte Bedingungen für Geflüchtete geschaffen werden, von Seiten der CDU soll abgelehnt werden,
  • die Anerkennung von Berufsabschlüssen und anderen Qualifikationen zu erleichtern und zu beschleunigen,
  • ausländische Ein-Fach-Lehrkräfte für Berliner Schulen anzuerkennen,
  • an die Arbeitgebenden der Stadt zu appellieren, die Anforderungen hinsichtlich der formell geforderten Sprachniveaus zu reduzieren sowie eigene Sprachkurse anzubieten oder zu finanzieren,
  • wieder eine Vollzeitstelle in allen Stadtteilzentren zur Integrationshilfe zu finanzieren,
  • den Ausbau von kostenlosen Sprachkursen dem Bedarf anzupassen, sodass alle Geflüchtete schnellstmöglich hieran teilnehmen können,
  • die Bezahlkarte als Gängelungsmaßnahme gegenüber Geflüchteten weiterhin grundsätzlich abzulehnen und die Bargeldobergrenze vollständig entfallen zu lassen,
  • Einsparungen bei Integrationsprojekten, wie zum Beispiel bei den Berliner Kitas für Geflüchtete, grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr müssen in diesem Bereich deutlich mehr Mittel bereitgestellt werden,
  • das Angebot von psychotherapeutischen, psycho-sozialen, psycho-traumatischen und weiteren Behandlungsmöglichkeiten mit den nötigen finanziellen Mitteln auszuweiten und dem entsprechenden Bedarf anzupassen und
  • die Umsetzung des geplanten BIZ (Bildungs- und Integrationszentrum) in Berlin-Buch zu beschleunigen.

 

Empfehlung der Antragskommission:
Annahme in der Fassung der AK (Konsens)
Fassung der Antragskommission:

Bei Annahme sind folgende Anträge erledigt: 159/I/2025, 196/I/2025, 197/I/2025, 198/I/2025

 

Deutschland ist ein Einwanderungsland und das ist auch gut so! Migration bringt Chancen für die gesamte Gesellschaft.

Geflüchtete treffen in Berlin jedoch auf viele Hürden. So zum Beispiel im Bereich der Anerkennung von Berufsausbildung und Studium. Extreme Anforderungen und eine zum Teil absurde Bürokratie sorgen hier für Verzweiflung. Ein Zustand, der angesichts fehlenden Personals nicht länger hinnehmbar ist!

 

Ein Schlüssel zur Integration stellt das Erlernen der Sprache dar, denn Austausch mit der Aufnahmegesellschaft wird in erster Linie durch Sprache hergestellt. Leider stoßen die Sprachlernangebote an einigen Orten Berlins auf eine zu hohe Nachfrage, weswegen Geflüchtete teilweise weite Wege zu anderen Sprachschulen zurücklegen müssen.

 

Der Wohnungsmarkt stellt eine weitere große Hürde für Geflüchtete dar. Viele Geflüchtete mit bereits bewilligter Aufenthaltsgenehmigung können die Aufnahmeeinrichtungen nicht verlassen, da sie keine Wohnung finden. Das führt dazu, dass der Druck, der durch die überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen entsteht und größer wird, nicht abgebaut werden kann.

 

Die Verteilung von Geflüchteten in Berlin geschieht bisher sehr ungleich, wodurch einige wenige Ost-Berliner Bezirke fast die gesamte Last von Aufnahme und Integration stemmen. Stellvertretend für viele Berliner Stadtteile, die von der ungerechten Verteilung betroffen sind, steht Berlin-Buch. Mit hohem Einsatz leisten Ehrenamtliche hier viel, um Aufnahme und Integration möglich zu machen. Allerdings fehlt es an sozialer Infrastruktur, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Eine Herausforderung, welche eigentlich die gesamte Stadtgesellschaft tragen muss.

 

Aktuell ist die Unterbringung von Geflüchteten vielerorts desaströs, was in Berlin beispielsweise bei der Großunterkunft am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel beobachtet werden kann. Diese menschenunwürdigen Zustände müssen schnellstmöglich überwunden werden, sodass den Geflüchteten mehr Perspektiven für ihre persönliche Zukunft gegeben werden können.

 

Letztlich stellen die Kürzungen im Haushalt eine drohende Gefahr für die Integrationshilfe dar. Gerade die Bürgerzentren in den Kiezen sind hier Anlaufstelle für viele Fragen und Angebote. Die Unterstützung darf nicht gekürzt, sondern sie muss erweitert werden.

 

Integration gelingt dann, wenn Austausch zwischen Aufnehmenden und Ankommenden hergestellt und vertieft wird. Sie gelingt, wenn wir für Bedingungen sorgen, die Aufnehmende nicht überlasten und Ankommende nicht überfordern. Eine Konzentration Geflüchteter auf wenige Orte wirkt segregierend und steht einem integrierenden Austausch entgegen.

 

Wir fordern die sozialdemokratischen Abgeordneten und Senatoren sowie Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Pankow und des Bezirksamts Pankow dazu auf, anzuerkennen, dass Buch weltoffen ist und seinen Beitrag zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten leistet. Wir fordern:

 

  • im kommenden Haushalt für einen auskömmlichen Etat zur Planung und Umsetzung der notwendigen medizinischen, sozialen und schulischen Infrastruktur und eine breitere Verteilung auf das gesamte Stadtgebiet entsprechend Antrag 117/I/2024 zu sorgen,
  • grundsätzlich von der Möglichkeit auf Landesebene Gebrauch zu machen, mithilfe einer Erklärung einer Notlage die nötigen Spielräume zu nutzen, um Kredite für die Unterbringung und schnellstmöglichen Integration von Geflüchteten aufzunehmen,
  • ein umfassendes Investitionsprogramm zu schaffen, wobei zum einen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit den nötigen Mittel ausgestattet werden, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum generell, aber auch speziell für Geflüchtete zu decken. Zum anderen soll die Entwicklung der sozialen Infrastruktur in den entsprechenden Neubaugebieten entsprechend gefördert werden. Das Ziel muss sein, die Aufenthaltsdauer von Geflüchteten bestmöglich zu reduzieren und diesen geregelte Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Langfristig sollen Synergien durch ein Zusammendenken der Unterbringung von geflüchteten und obdachlosen Menschen geschafft werden, das Landesprogramm „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften (BenN)“ soll gesichert werden. Zu prüfen ist, inwieweit mindestens zwei neue BenN Projektstandorte für die Unterkunft am Flughafen Tegel und ein neuer Standort für die Unterkunft am Sangerhauser-Weg entstehen können. (Z. 6-11 aus 195)
  • die Schließung der Notunterkunft in Berlin-Tegel schnellstmöglich umzusetzen, indem Alternativunterkünfte geschaffen werden. Dabei soll die Anmietung von Hotels für die Unterbringung von Geflüchteten verstärkt als günstigere und menschenwürdigere Alternative für die Unterbringung umgesetzt werden. Der Kurs der vermeintlichen Abschreckung, indem möglichst schlechte Bedingungen für Geflüchtete geschaffen werden, von Seiten der CDU soll abgelehnt werden, die Reform des deutschen Systems der Chancenkarte, mit dem Inhaber*innen ein einjähriger Aufenthaltstitel zur Arbeitssuche gewährt wird. Stattdessen ist nach kanadischem und australischem Beispiel die Perspektive auf einen dauerhafter Aufenthaltstitel zu gewähren. [Z.20-25 aus 198/I/2025]
  • die Anerkennung von Berufsabschlüssen und anderen Qualifikationen zu erleichtern und zu beschleunigen, die Aufnahme der Genehmigungsfiktion der Arbeitserlaubnis von zwei Wochen. Asylsuchende und Geduldete sollen eine generelle Arbeitserlaubnis erhalten. Die Anerkennungsstellen sind derart auszustatten, dass sie eine Anerkennung von Berufsabschlüssen innerhalb der gesetzlichen Fristen sicherstellen können. [Z.12-16 aus 195/I/2025 und Z.29-30 aus 197/I/2025 > 195/I/2025 und 197/I/2025 sind damit erledigt]
    Die Anforderungen an die für das Anerkennungsverfahren bei den zuständigen Stellen einzureichenden Unterlagen sollten möglichst einheitlich, transparent, mehrsprachig und nach dem Prinzip gestaltet werden: So wenig wie möglich und nur so viel wie wirklich nötig. [Z.27-33 aus 198/I/2025]
  •  ausländische Ein-Fach-Lehrkräfte für Berliner Schulen anzuerkennen,
  • an die Arbeitgebenden der Stadt zu appellieren, die Anforderungen hinsichtlich der formell geforderten Sprachniveaus zu reduzieren sowie eigene Sprachkurse anzubieten oder zu finanzieren,
  • wieder eine Vollzeitstelle in allen Stadtteilzentren zur Integrationshilfe zu finanzieren,
  • den Ausbau von kostenlosen Sprachkursen dem Bedarf anzupassen, sodass alle Geflüchtete schnellstmöglich hieran teilnehmen können,
  • die Bezahlkarte als Gängelungsmaßnahme gegenüber Geflüchteten weiterhin grundsätzlich abzulehnen und die Bargeldobergrenze vollständig entfallen zu lassen,
  • Einsparungen bei Integrationsprojekten, wie zum Beispiel bei den Berliner Kitas für Geflüchtete oder Integrationskursen, grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr müssen in diesem Bereich deutlich mehr Mittel vom Bund und vom Land Berlin bereitgestellt werden. [Z.5f. aus 196/I/2025, 196/I/2025 ist damit erledigt.]
  •  das Angebot von psychotherapeutischen, psycho-sozialen, psycho-traumatischen und weiteren Behandlungsmöglichkeiten mit den nötigen finanziellen Mitteln auszuweiten und dem entsprechenden Bedarf anzupassen und
  • die Umsetzung des geplanten BIZ (Bildungs- und Integrationszentrum) in Berlin-Buch zu beschleunigen.
  • Von staatlicher Seite muss auf eine neue Willkommenskultur hingewirkt werden. Neben einer niedrigschwelligen, bürokratiearmen und mehrsprachigen Ansprache und Information der Migrant*innen sollten die zuständigen Stellen stärker beratend und unterstützend tätig werden, beispielsweise in Fragen der Wohnungssuche, Kinderbetreuung oder Sprachbildung. [Z.40-47 aus 198/I/2025, 198/I/2025 ist damit erledigt]
  • die Gemeinschaftspauschale haushaltärisch abzusichern. Mit der Gemeinschaftspauschale sollen die Bezirke für jeden aufgenommen Menschen eine pro-Kopf Zuweisung erhalten, die sie im eigenen Ermessen in die soziale Infrastruktur investieren können.

 

Beschluss: Annahme mit Änderungen
Text des Beschlusses:

Deutschland ist ein Einwanderungsland und das ist auch gut so! Migration bringt Chancen für die gesamte Gesellschaft.

Geflüchtete treffen in Berlin jedoch auf viele Hürden. So zum Beispiel im Bereich der Anerkennung von Berufsausbildung und Studium. Extreme Anforderungen und eine zum Teil absurde Bürokratie sorgen hier für Verzweiflung. Ein Zustand, der angesichts fehlenden Personals nicht länger hinnehmbar ist!

 

Ein Schlüssel zur Integration stellt das Erlernen der Sprache dar, denn Austausch mit der Aufnahmegesellschaft wird in erster Linie durch Sprache hergestellt. Leider stoßen die Sprachlernangebote an einigen Orten Berlins auf eine zu hohe Nachfrage, weswegen Geflüchtete teilweise weite Wege zu anderen Sprachschulen zurücklegen müssen.

 

Der Wohnungsmarkt stellt eine weitere große Hürde für Geflüchtete dar. Viele Geflüchtete mit bereits bewilligter Aufenthaltsgenehmigung können die Aufnahmeeinrichtungen nicht verlassen, da sie keine Wohnung finden. Das führt dazu, dass der Druck, der durch die überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen entsteht und größer wird, nicht abgebaut werden kann.

 

Die Verteilung von Geflüchteten in Berlin geschieht bisher sehr ungleich, wodurch einige wenige Ost-Berliner Bezirke fast die gesamte Last von Aufnahme und Integration stemmen. Stellvertretend für viele Berliner Stadtteile, die von der ungerechten Verteilung betroffen sind, steht Berlin-Buch. Mit hohem Einsatz leisten Ehrenamtliche hier viel, um Aufnahme und Integration möglich zu machen. Allerdings fehlt es an sozialer Infrastruktur, um dieser Herausforderung gerecht zu werden. Eine Herausforderung, welche eigentlich die gesamte Stadtgesellschaft tragen muss.

 

Aktuell ist die Unterbringung von Geflüchteten vielerorts desaströs, was in Berlin beispielsweise bei der Großunterkunft am ehemaligen Flughafen Berlin-Tegel beobachtet werden kann. Diese menschenunwürdigen Zustände müssen schnellstmöglich überwunden werden, sodass den Geflüchteten mehr Perspektiven für ihre persönliche Zukunft gegeben werden können.

 

Letztlich stellen die Kürzungen im Haushalt eine drohende Gefahr für die Integrationshilfe dar. Gerade die Bürgerzentren in den Kiezen sind hier Anlaufstelle für viele Fragen und Angebote. Die Unterstützung darf nicht gekürzt, sondern sie muss erweitert werden.

 

Integration gelingt dann, wenn Austausch zwischen Aufnehmenden und Ankommenden hergestellt und vertieft wird. Sie gelingt, wenn wir für Bedingungen sorgen, die Aufnehmende nicht überlasten und Ankommende nicht überfordern. Eine Konzentration Geflüchteter auf wenige Orte wirkt segregierend und steht einem integrierenden Austausch entgegen.

 

Wir fordern die sozialdemokratischen Abgeordneten und Senatoren sowie Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Pankow und des Bezirksamts Pankow dazu auf, anzuerkennen, dass Buch weltoffen ist und seinen Beitrag zur Unterbringung und Integration von Geflüchteten leistet. Wir fordern:

 

  • im kommenden Haushalt für einen auskömmlichen Etat zur Planung und Umsetzung der notwendigen medizinischen, sozialen und schulischen Infrastruktur und eine breitere Verteilung auf das gesamte Stadtgebiet entsprechend Antrag 117/I/2024 zu sorgen,
  • grundsätzlich von der Möglichkeit auf Landesebene Gebrauch zu machen, mithilfe einer Erklärung einer Notlage die nötigen Spielräume zu nutzen, um Kredite für die Unterbringung und schnellstmöglichen Integration von Geflüchteten aufzunehmen,
  • ein umfassendes Investitionsprogramm zu schaffen, wobei zum einen die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mit den nötigen Mittel ausgestattet werden, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum generell, aber auch speziell für Geflüchtete zu decken. Zum anderen soll die Entwicklung der sozialen Infrastruktur in den entsprechenden Neubaugebieten entsprechend gefördert werden. Das Ziel muss sein, die Aufenthaltsdauer von Geflüchteten bestmöglich zu reduzieren und diesen geregelte Wohnverhältnisse zu ermöglichen. Langfristig sollen Synergien durch ein Zusammendenken der Unterbringung von geflüchteten und obdachlosen Menschen geschafft werden, das Landesprogramm „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften (BenN)“ soll gesichert werden. Zu prüfen ist, inwieweit mindestens zwei neue BenN Projektstandorte für die Unterkunft am Flughafen Tegel und ein neuer Standort für die Unterkunft am Sangerhauser-Weg entstehen können. 
  • die Schließung der Notunterkunft in Berlin-Tegel schnellstmöglich umzusetzen, indem Alternativunterkünfte geschaffen werden. Dabei soll die Anmietung von Hotels für die Unterbringung von Geflüchteten verstärkt als günstigere und menschenwürdigere Alternative für die Unterbringung umgesetzt werden. Der Kurs der vermeintlichen Abschreckung, indem möglichst schlechte Bedingungen für Geflüchtete geschaffen werden, von Seiten der CDU soll abgelehnt werden, die Reform des deutschen Systems der Chancenkarte, mit dem Inhaber*innen ein einjähriger Aufenthaltstitel zur Arbeitssuche gewährt wird. Stattdessen ist nach kanadischem und australischem Beispiel die Perspektive auf einen dauerhafter Aufenthaltstitel zu gewähren.
  • die Anerkennung von Berufsabschlüssen und anderen Qualifikationen zu erleichtern und zu beschleunigen, die Aufnahme der Genehmigungsfiktion der Arbeitserlaubnis von zwei Wochen. Asylsuchende und Geduldete sollen eine generelle Arbeitserlaubnis erhalten. Die Anerkennungsstellen sind derart auszustatten, dass sie eine Anerkennung von Berufsabschlüssen innerhalb der gesetzlichen Fristen sicherstellen können.
    Die Anforderungen an die für das Anerkennungsverfahren bei den zuständigen Stellen einzureichenden Unterlagen sollten möglichst einheitlich, transparent, mehrsprachig und nach dem Prinzip gestaltet werden: So wenig wie möglich und nur so viel wie wirklich nötig. 
  •  ausländische Ein-Fach-Lehrkräfte für Berliner Schulen anzuerkennen,
  • an die Arbeitgebenden der Stadt zu appellieren, die Anforderungen hinsichtlich der formell geforderten Sprachniveaus zu reduzieren sowie eigene Sprachkurse anzubieten oder zu finanzieren,
  • wieder eine Vollzeitstelle in allen Stadtteilzentren zur Integrationshilfe zu finanzieren,
  • den Ausbau von kostenlosen Sprachkursen dem Bedarf anzupassen, sodass alle Geflüchtete schnellstmöglich hieran teilnehmen können,
  • die Bezahlkarte als Gängelungsmaßnahme gegenüber Geflüchteten weiterhin grundsätzlich abzulehnen und die Bargeldobergrenze vollständig entfallen zu lassen,
  • Einsparungen bei Integrationsprojekten, wie zum Beispiel bei den Berliner Kitas für Geflüchtete oder Integrationskursen, grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr müssen in diesem Bereich deutlich mehr Mittel vom Bund und vom Land Berlin bereitgestellt werden.
  •  das Angebot von psychotherapeutischen, psycho-sozialen, psycho-traumatischen und weiteren Behandlungsmöglichkeiten mit den nötigen finanziellen Mitteln auszuweiten und dem entsprechenden Bedarf anzupassen und
  • die Umsetzung des geplanten BIZ (Bildungs- und Integrationszentrum) in Berlin-Buch zu beschleunigen.
  • Von staatlicher Seite muss auf eine neue Willkommenskultur hingewirkt werden. Neben einer niedrigschwelligen, bürokratiearmen und mehrsprachigen Ansprache und Information der Migrant*innen sollten die zuständigen Stellen stärker beratend und unterstützend tätig werden, beispielsweise in Fragen der Wohnungssuche, Kinderbetreuung oder Sprachbildung.
  • die Gemeinschaftspauschale haushaltärisch abzusichern. Mit der Gemeinschaftspauschale sollen die Bezirke für jeden aufgenommen Menschen eine pro-Kopf Zuweisung erhalten, die sie im eigenen Ermessen in die soziale Infrastruktur investieren können.

 

Beschluss-PDF:
Stellungnahme(n):
Stellungnahme der AH-Fraktion AK 8 2026:
Das Ziel einer solidarischen, integrationsfördernden Infrastruktur ist für die SPD-Fraktion politisch leitend. Insgesamt ist festzustellen, dass zentrale Anliegen des Antrags bereits teilweise umgesetzt wurden, während andere aufgrund rechtlicher Rahmenbedingungen, bundespolitischer Zuständigkeiten oder koalitionspolitischer Abstimmungen weiterhin in Bearbeitung sind:

• Im Hinblick auf die Forderung nach einem auskömmlichen Etat zur Planung und Umsetzung der notwendigen medizinischen, sozialen und schulischen Infrastruktur ist festzuhalten, dass die finanzielle Absicherung der entsprechenden Maßnahmen im Haushalt 2026/27 erfolgt ist. Die angestrebte stärkere dezentrale Unterbringung von Geflüchteten konnte jedoch insbesondere auf Druck des Koalitionspartners CDU zeitweise nicht weiterverfolgt werden; laufende Projekte werden gleichwohl weiterhin umgesetzt.

• Das Landesprogramm „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften (BenN)“ wird fortgeführt, eine Ausweitung – insbesondere um zusätzliche Standorte – konnte bislang jedoch nicht erreicht werden.

• Die im Antrag geforderte Nutzung einer Notlagenerklärung zur Aufnahme zusätzlicher Kredite wurde geprüft. In Bezug auf die im Antrag adressierten finanzpolitischen Spielräume ist eine solche Notlagenregelung derzeit rechtlich nicht mehr möglich.

• Die Schließung der Notunterkunft in Tegel wurde strukturell weiterentwickelt: Die Einrichtung wird inzwischen nicht mehr als Notunterkunft, sondern als Ankunftszentrum (AKUZ) betrieben.

• Im Bereich der Arbeitsmarktintegration ist festzuhalten, dass die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit für Geflüchtete bundesrechtlich bereits in der Regel nach drei Monaten möglich ist. Die Anerkennung von Berufsabschlüssen liegt größtenteils in bundes- bzw. verbandlicher Zuständigkeit, sodass landespolitische Einflussmöglichkeiten hier begrenzt sind. Das Anliegen, Verfahren zu beschleunigen und transparenter zu gestalten, wird weiterhin unterstützt.

• Die Forderung nach einer stärkeren personellen Ausstattung der Stadtteilzentren liegt maßgeblich im Ermessen der Bezirke. Die bestehenden Förderprogramme ermöglichen grundsätzlich entsprechende Schwerpunktsetzungen.

• Der Ausbau kostenloser Sprachkurse ist aktuell insbesondere durch Kürzungen auf Bundesebene kaum noch möglich. Das Anliegen wird dennoch weiterhin verfolgt

• Die Einführung der Bezahlkarte wird in Berlin nicht als restriktives Instrument ausgestaltet. Die SPD-Fraktion lehnt ein Gängelungssystem weiterhin ab, setzt jedoch im Rahmen der bestehenden Verpflichtungen darauf, die Umsetzung möglichst sozialverträglich zu gestalten.

• Einsparungen bei Integrationsprojekten auf Landesebene, die gezielt Geflüchtete betreffen, wurden nicht vorgenommen.

• Im Bereich psychosozialer und therapeutischer Versorgung konnte der bestehende Stand gesichert werden. Ein weiterer Ausbau entsprechend dem Bedarf bleibt Ziel politischer Initiativen.

• Die Förderung einer Willkommenskultur durch niedrigschwellige, mehrsprachige und unterstützende Verwaltungsstrukturen ist ein fortlaufender Prozess und bleibt politisches Ziel. Die Gemeinschaftspauschale wurde gesichert.

Stellungnahme des Senats 2026:
Zum Ausbau kostenloser Sprachkurse:

• Das Angebot kostenfreier Sprachkurse wurde bundesseitig seit 2024 zurückgefahren. Das betrifft die Berufssprachkurse (BMAS), insbesondere aber die Integrationssprachkurse (BAMF/BMI). Die Hausleitung der SenASGIVA hat sich jeweils umgehend nach Bekanntwerden der Kürzungen bei der zuständigen Staatsekretärin des BMAS hinsichtlich der Finanzierung von BSK sowie gegenüber dem Bundesinnenminister hinsichtlich der Finanzierung der Integrationskurse eingebracht. Weiterhin initiierte die SenASGIVA Beschlussvorlagen für die Integrationsministerkonferenz (IntMK). Das Land Berlin kann den Wegfall dieser Angebote nicht kompensieren!

• Die landesfinanzierten Deutschkurse für Geflüchtete wurden 2014 geschaffen, um ein flächendeckendes Sprachkursangebot in Berlin zu ermöglichen. Es wurde als nachrangiges und komplementäres Angebot zu den Angeboten des Bundes konzipiert, damit alle Menschen in Berlin die Chance erhalten, einen Deutschkurs zu absolvieren. In diesen Sprachkursen werden die spezifischen Bedarfe der Geflüchteten, etwa unterschiedlicher Bildungsstand, mit zielgruppenspezifischen Basis-, Aufbau- und Sonderkursmodulen adressiert. Zielgruppe sind geflüchtete Menschen in Berlin, auch vulnerable Personengruppen mit besonderem Schutzbedarf (Frauen, LSBTI-Geflüchtete) und/oder mit Behinderungen (Gehörlose, Blinde/Sehbehinderte), die Deutsch lernen möchten und keine Berechtigung zur Teilnahme an den Regelangeboten des Bundes haben.

• Die Berliner VHS-Sprach- und Elternkurse wurden ausgebaut, um die Erwerbstätigkeit zu erleichtern.

• Ein Erfolg stellt die Implementierung der neuen Verwaltungsvereinbarung mit den VHSen dar, die die landesseitig finanzierten Sprachkurse umsetzen.

• Im Rahmen des Job-Turbo wurden die Sprachkursangebote bedarfsorientiert weiterentwickelt.

Keine Einsparungen bei Integrationsprojekten: Gegen den Trend erlebte der Fachbereich Integration 2023-2025 einen Aufwuchs in den Zuwendungen für Projekte. Hinsichtlich notwendiger Anpassungen aufgrund der PMA-Vorgaben wurden die tragenden Strukturen der Berliner Integrationspolitik gestärkt, gemeinsam mit den Projektträgern fachliche Fokussierungen vorgenommen, um die „Infrastruktur“ und die Expertise langfristig zu erhalten.

Psychotherapeutische psycho-soziale und psycho-traumatische Angebote wurden massiv gestärkt, insbesondere über Aufwüchse für die Projekte von Xenion, Zentrum Überleben sowie die Schwulenberatung. Im europäischen GEtCoheSive-Städtenetzwerkprojekt wurden Expert:innen-Workshops mit Akteur:innen der psychosozialen Versorgung, inkl. Psychotherapeut:innenkammer, BAfF, Zentrum Überleben, Xenion, GZF, TranVer/Charité und SenWGP durchgeführt.

Neue Willkommenskultur: Das Willkommenszentrum Berlin wurde gestärkt, um das niedrigschwellige und qualifizierte Beratungsangebot fortzuführen und weiterentwickeln: u. a. Rechts- und Sozialberatung von Geflüchteten, Einbürgerungsberatung und Integration in den Arbeitsmarkt. Im April 2026 startete das digitale Willkommenszentrum, das die zentrale Anlaufstelle der Beauftragten für Integration und Partizipation für alle Menschen mit Migrationsgeschichte erweitert. Es umfasst ein digitales Informationssystem, das Bürger*innen aus Drittstaaten in Berlin einen mehrsprachigen Zugang zu relevanten Informationen und digitalen Dienstleistungen ermöglicht.

Die Anfang 2026 eingeführte Gemeinschaftspauschale soll die Integrationsarbeit dort, wo sie maßgeblich gestaltet wird - in den Bezirken - stärken und planbarer machen. Sie stellt ein Finanzierungs- bzw. Planungsinstrument dar, das Sonderkosten bei der sozialraumbezogenen Infrastruktur in den Bezirken für Geflüchtete ausgleicht. Die von der Gemeinschaftspauschale finanzierten Maßnahmen sollen dabei allen Berlinerinnen und Berlinern in der Nachbarschaft zu Gute kommen. Jedem Bezirk wird ein Festbetrag von 165 € (2026) bzw. 155 € (2027) je LAF-Unterkunftsplatz (durch das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten geschaffene Plätze für Geflüchtete) im Bezirk zugeteilt. Sie schafft einen Lastenausgleich und bietet Flexibilität. Aus dem Budget können sowohl konsumtive Ausgaben als auch Personalausgaben geleistet werden. Jeder Bezirk weiß am besten, wie er die Mittel am effektivsten für eine gelungene Integrationsarbeit ausgibt.
Überweisungs-PDF: